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Allgemeines
Schafhaltung
 
Informationen zur Schafhaltung

Derzeit werden in Bayern von durchschnittlich ca. 8 000 Schafhaltern ca. 290 000 Mutterschafe und ca. 175 000 Mastlämmer
gehalten. Der Bestand ist leicht rückläufig. Eine Ursache ist der veränderte Einkommensschwerpunkt. Vor hundert Jahren erzielten die großen Wanderschäfer ihr Einkommen ausschließlich durch den Verkauf der Wolle. Mittlerweile besteht der Erlös eines Schäfers aus Lammfleischproduktion und, wie in allen landwirtschaftlichen Bereichen auch, aus staatlichen Subventionen.

Lammfleisch:
Die Haupteinnahmequelle eines Schäfers stellt gegenwärtig das Lammfleisch dar.
Es gibt fast keine Kultur oder Religion, die den Verzehr von Lamm- oder Ziegenfleisch verbietet. Das ist mit ein Grund warum in fast allen Klimazonen der Erde Schafe und Ziegen gehalten werden. Außerdem sind die kleinen Wiederkäuer extrem anpassungsfähig und kommen noch mit Pflanzenaufwuchs zurecht, der für andere Nutztier zu karg ist.
Durchschnittlich verzehrt jeder Bundesbürger 1,1 Kilo Lammfleisch pro Jahr, wobei der Selbstversorgungsgrad in Deutschland bei 56 Prozent liegt. Der Rest kommt als Tiefkühlfleisch aus Großbritannien, Irland und Neuseeland.
Lammfleisch ist besonders leichtbekömmlich und weist, wenn das Lamm zum Zeitpunkt des Schlachtens nicht älter als neun Monate war, keinen besonderen Eigengeschmack auf. Der vielen aus der Nachkriegszeit bekannte und oft befürchtete
Hammelgeschmack entsteht erst, wenn sich aus dem Lammfett im Alter von ca. neun bis zwölf Monaten Schaftalk entwickelt.
Lammfleisch muss auch nicht immer heiß gegessen werden, wie die meisten glauben, da nur der Talk älterer Schafe einen höheren Schmelzpunkt als die menschliche Zunge hat. Das im Muskelfleisch der Lämmer enthaltene Fett dagegen weißt einen niedrigeren Schmelzpunkt als die menschliche Zunge auf und kann auch bei niedrigen Temperaturen ohne jeglichen Beigeschmack serviert werden.


Schafmilch:
Mit durchschnittlich 400 - 600 kg Milch pro Mutterschaf und Jahr liegt die Milchleistung etwa bei nur 5 Prozent der Milchmenge
einer guten Milchkuh. Allerdings sind die Inhaltstoffe mit durchschnittlich ca. 6 Prozent Fett und ca. 5 Prozent Eiweiß um 2,5 Prozent höher als die der Kuhmilch. Die Zusammensetzung der Schafmilch unterscheidet sich grundlegend von Kuh- oder Ziegenmilch und ist für viele Kuhmilchallergiker einwandfrei verträglich. Zudem hat Schafmilch einen mandelartigen Beigeschmack, der besonders von Kindern, die Kuhmilch verschmähen, sehr geschätzt wird.


Schafwolle:
Die Wolle der Schafe entstand durch Selektion über Jahrhunderte hinweg. Sie wächst pro Monat zwischen 0,5 cm und 1 cm und hat eine Feinheit zwischen 9 Mikron und 40 Mikron. Der Durchschnitt liegt bei ca. 30 Mikron.
Einmal im Jahr, meist im Frühsommer müssen die Schafe geschoren werden. Bergschafe werden zweimal im Jahr geschoren, im Frühjahr bevor sie auf die Almen kommen und im Herbst, wenn sie wieder ins Tal getrieben werden.
Um ein Schaf vollständig von seiner ca. 3-5 kg schweren Wolle zu befreien, benötigt ein erfahrener Scherer ca. 1 1/2 Minuten.
Leider ist der Wollpreis in den letzten Jahren durch Import aus dem Ausland, vor allem Australien, Neuseeland, Südamerika und Südafrika stark gesunken. Der jährlich schwankende Wollpreis deckt meist kaum die Schurkosten.

Lammfelle:
Lammfelle werden auf verschiedene Arten gegerbt. Am beliebtesten ist die Medizinalgerbung. Durch diese Gerbung können die Felle mit lauwarmen Wasser und Wollwaschmitteln, am besten mit der Hand gewaschen werden. Anschließend sollte man das Fell in einem warmen Raum, ohne direktes Sonnenlicht luftig aufhängen. Wenn das Fell fast trocken ist, kann man das Leder aneinander reiben, damit es wieder geschmeidig und die Wolle flauschig wird. Somit kann Ihnen ein Lammfell über Jahre hinweg viel Freunde bereiten.

Landschaftspflege:

Neben der Gewinnung von Fleisch, Wolle und Milch werden Schafe vor allem als Landschaftspfleger eingesetzt. Dabei kommt dem selektivem Fressverhalten der Schafe und den kleinen, harten Klauen eine besondere Bedeutung zu. Schafe suchen gezielt einzelne Pflanzen heraus, andere, z.B. bestimmte Enzianarten werden verschmäht und kö:nnen sich so gegen konkurrenzstärkere Pflanzen behaupten. Junge Triebe, Blätter und auch die Rinde bestimmter Baumarten werden von den Schafen mit Vorliebe gefressen. Das führt dazu, dass die Sträucher und Bäume mit der Zeit absterben und seltene Pflanzen wieder Licht und Nährstoffe zum Wachsen bekommen. Die kleinen, harten Klauen führen zu einer gezielten Oberflächenverdichtung, die für Deichgebiete lebensnotwendig ist, da diese Bollwerke immer wieder durch Nagetierbauten unterhöhlt werden. Aber auch in den Alpen, in denen künstliche Bauwerke Dörfer und Straßen gegen Murenabgänge schützen, werden Schafe zur Festigung und Verdichtung der Grasnarbe eingesetzt und sparen somit den öffentlichen Kassen eine Menge Geld. Außerdem tragen große, umherziehende Schafherden zu Artenvielfalt bei, indem sie in der Wolle der Schafe Pollen, Samen und kleine Insekten wie auf einer Autobahn über weite Strecken transportieren und dadurch kleine, in sich geschlossene Biotoppopulationen miteinander verbinden.


Vermarktung

Geht man in eine Metzgerei, so muss man schon Glück haben, falls man ein Angebot zu Lammfleisch findet. Leider ist es häufig so, dass man im Supermarktregal leichter an ein tiefgefrorenes Stück Neuseelandlamm kommt als an der Fleischtheke an ein Stück frisches deutsches Lammfleisch.

Hier sollten die Supermärkte mal nach Frankreich schauen. Vor allem in den ländlichen Gebieten wird auf etwa ein Fünftel der Fläche Lammfleisch angeboten.

Um nun ihre Erzeugnisse anzubieten, erfolgt vielfach der Verkauf von Lammfleisch über Hofläden oder auf Bauermärkten. Hier ist die Möglichkeit, frisches Lammfleisch zu erhalten, am größten.

Für echte Liebhaber des Lammfleisches bietet sich auch die Möglichkeit, direkt beim Schäfer zu kaufen. Hier ist es im Regelfall meist so, dass man ganze oder halbe Lämmer abnehmen muss. Die meisten Vermarkter sind jedoch in der Lage, die Tiere zu zerlegen. In diesem Fall empfiehlt es sich, mal die Liste der Aussteller durchzugehen und bei diesen anzufragen.

Dabei bietet sich auch die Möglichkeit, zwischen den Rassen zu wechseln und zu sehen, ob geschmackliche Unterschiede gegeben sind. Allerdings gibt es Untersuchungen, die in erster Linie als Qualitätskriterium das Alter des Lammes steht. Hier geht man von einem idealen Alter von 9 (überwiegend Fleischrassen) bis 12 Monate (Landrassen) aus, bei einigen Rassen, z.B. weibliche Heidschnucken sogar bis 18 Monate. Defniert ist Lammfleisch allerdings nur bis 12 Monate.

Eine weitere Möglichkeit, an Lammfleisch zu kommen, besteht natürlich darin, einfach beim Metzger einfach danach zu fragen. Stellt ein Metzger fest, dass in seinem Bereich genügend Intressenten für Lammfleisch gegeben sind, dann wird er es auch anbieten. Nur, woher soll er es wissen, falls keiner danach frägt. Und leider ist Lammfleisch immer noch nicht so gefragt, dass die Metzger von selbst das Verkaufsrisiko eingehen.


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